Die Oberbürgermeisterwahl naht – Zweiter Teil

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miko runkelAm 16.06. wird in Chemnitz über den neuen Oberbürgermeister oder die neue Oberbürgermeisterin entschieden. Wir haben die Kandidaten und die eine Kandidatin der demokratischen Parteien nach einem Statement hinsichtlich der Bildungspolitik in der Stadt gefragt. Weiter geht es mit dem derzeitigen Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Umweltschutz, der von der Partei Die LINKE aufgestellt wird, Miko Runkel (parteilos).

Liebe Chemnitzer Schülerinnen und Schüler,

die meisten von Euch dürfen noch nicht wählen. Trotzdem betreffen auch Euch die Entscheidungen, die die bzw. der zukünftige Oberbürgermeister_in zusammen mit dem Stadtrat in den nächsten Jahren beschließen werden. Vor allem im Bereich der Schul- sowie Kinder- und Jugendpolitik. Daher möchte ich Euch vorstellen, was meine Ziele für diese Bereiche in den nächsten sieben Jahren sein sollen, wenn ich gewählt werde.

Was das Thema Schülermitwirkung und Jugendbeteiligung angeht, hat sich in den letzten Jahren schon ein wenig getan. Mit Vertretern des Kreisschülerrates im Schulausschuss sowie U24- Mitgliedern in den anderen städtischen Ausschüssen der Stadt ist zumindest ein gemeinsamer Austausch zwischen jungen Menschen und der Stadtpolitik möglich. Doch dies kann nur ein Anfang sein. Kinder und Jugendliche werden leider immer noch oftmals bei städtischen Entscheidungen nicht als eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Bedürfnissen wahrgenommen. Das werde ich ändern, indem ich eine monatliche Kinder- und Jugendsprechstunde des Oberbürgermeisters einführe, zu dem natürlich auch immer der Kreisschülerrat herzlich eingeladen ist. Damit möchte ich auch eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen aus dem Umfeld, in dem Entscheidungen getroffen oder Maßnahmen realisiert werden, ermöglichen. Auch einem eigenständigen Kinder- und Jugendbeirat oder Jugendparlament stehe ich offen gegenüber. Dies sollte aber von den Chemnitzer Jugendlichen selbst entwickelt und nicht von der Stadtspitze aufgesetzt werden.

In der Stadt wurden in den letzten Jahren schon viele Schulgebäude saniert. Es sind aber noch viele in einem schlechten Zustand. Diesen Sanierungsstau müssen wir versuchen, in den nächsten Jahren abzubauen. Dazu brauchen wir aber die Unterstützung des Freistaates. Alleine schafft die Stadt Chemnitz dies (noch) nicht. Vor allem die Barrierefreiheit aller Schulen ist ein Ziel für mich.  Gemeinsames Lernen mit Menschen mit Behinderung sollte in Chemnitz nichts mehr im Weg stehen.

In Zusammenarbeit mit dem Freistaat muss natürlich noch das erforderliche Personal bereitgestellt sowie der Ausbau der Förderangebote vorangetrieben werden. Wünschenswert wäre natürlich, wenn die Stadt mehr Einfluss auf die Schulpolitik bekommt. Vor allem in Hinblick auf die Zahl der Lehrer_innen an den Schulen sowie den Klassenstärken und bei der Entscheidung von Schulschließungen. Dafür würde ich mich bei der Landesregierung stark machen.

In Chemnitz ist die Zahl von Jugendlichen ohne Schulabschluss deutlich zu hoch. Hinzu kommt eine erhebliche Quote von Ausbildungs- und Studienabbrüchen. Die Folgen zeigen sich sowohl für diese Jugendlichen, als auch für die lokale Wirtschaft. Ich will geeignete Angebote von städtischer Seite etablieren, die für die Betroffenen beratend und unterstützend vor einem Ausbildungsabbruch zur Verfügung stehen. Daher ist eine auskömmliche Finanzierung der Jugendberufshilfe von Nöten. Vielleicht ist auch über einen Ausbau der Angebote nachzudenken.

An den Schulclubs und der Schulsozialarbeit möchte ich auch in Zukunft festhalten und diese auch ausbauen. Beide sind wichtige Ansprechpartner in der Schule, wo man auch seine Sorgen und Nöte loswerden kann und Hilfe bekommt.

Doch das Leben besteht nicht nur aus Schule, sondern auch aus Freizeit. Dazu gehört ein stabiles Angebot an wohnortnahen Jugendfreizeiteinrichtungen. Leider wurde hier in den letzten Jahren immer mehr gestrichen. Dies möchte ich ändern. Projektschließungen aus reinen Kostenerwägungen wird es mit mir nicht geben. Das breite Sportangebot und die damit verbundene Gesundheitsprävention möchte ich auch in Zukunft in seiner Vielfalt erhalten.

Miko Runkel

Bildquelle: http://miko-runkel.de/