Die Oberbürgermeisterwahl naht – Dritter Teil

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Allgemein

volkmar zschocke

Am 16.06. wird in Chemnitz über den neuen Oberbürgermeister oder die neue Oberbürgermeisterin entschieden. Wir haben die Kandidaten und die eine Kandidatin der demokratischen Parteien nach einem Statement hinsichtlich der Bildungspolitik in der Stadt gefragt. Es geht weiter mit Volkmar Zschocke (GRÜNE).

Liebe Schülerinnen und Schüler,page1image4920

Gesellschaft und Berufswelt verändern sich rasant. Alle Schülerinnen und Schüler sollen trotzdem mutig in die Zukunft blicken können. Ich möchte Schulen in Chemnitz, die neben Wissen vor allem Selbstvertrauen und Lebenskompetenz entwickeln. Dafür will ich die Bedingungen verbessern: Ausreichend Lehrerinnen und Lehrer, gute Bildungsangebote am Vor- und Nachmittag, längeres gemeinsames Lernen, kreative Ausstattung, sanierte Gebäude, Schulen in Wohnortnähe und ge- sundes Schulessen.

Für diese Anliegen werde ich mich direkt in Chemnitz stark machen:

  1. Weitere Sanierung der Schulen: In Chemnitz gibt es noch einige undichte Fenster, brö- ckelnde Fassaden, veraltete Turnhallen, kaputte Fachkabinette oder fehlende Horträume. Eine gute Sanierung spart auch Geld für Strom, Wasser oder Heizung.
  2. Ausbau der Barrierefreiheit: Ich möchte, dass Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte mit einem Handicap trotzdem an alle Schulen lernen und lehren können. In Klassen, in denen Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam lernen, wächst das Verständnis, dass wir alle eine Gemeinschaft sind.
  3. Gute Lernbedingungen und gesunde Ernährung gehören zusammen: Ihr seid einen Großteil des Tages in der Schule. Ich möchte, dass ihr ausgewogene, frisch zubereitete Mahlzeiten bekommt, die ihr auch in Ruhe gemeinsam genießen könnt. Die Zubereitung von Lebensmitteln und gute Esskultur müssen einen größeren Stellenwert bekommen. Bei anstehenden Sanierungen werde ich darauf achten, dass der Einbau von Vollküchen und Kinderküchen möglich bleibt. Gutes Essen ist auch bezahlbar.
  4. Grundschulen in Wohnortnähe erhalten: Ich bin dagegen, dass die Schulbehörde ohne Rücksicht auf Schulstandorte und Wohnortnähe immer größtmögliche Klassen bildet. Hier will ich das Mitspracherecht des Stadtrates. Und vor einer Entscheidung über Klassen und Schulen werde ich die Einschätzung des Kreisschülerrates einholen.
  5. Ganztagsangebote sollen nicht nur auf dem Papier stehen: Ich werde mich dafür ein- setzen, dass Ganztagsangebote an den Chemnitzer Schulen auch wirklich mit guter Qualität und für alle vorhanden sind. Schulen sollen eigenständig mit Schülern und Eltern ein spannendes Ganztagesprogramm entwickeln. Ich möchte, dass aktives Lernen und Ent- spannung, Leistungsförderung und lockere Freizeitgestaltung dabei immer in einem guten Verhältnis stehen.
  6. Schulsozialarbeit: Ich finde es sinnvoll, solche Fachleute in die Schulen zu holen, die Schülerinnen und Schüler in Problemsituationen unterstützen. Sie können auch Hilfe an- bieten, die über Wissensvermittlung hinausgeht. Schulsozialarbeit kann aber nur funktio- nieren, wenn die Lehrerschaft diese unterstützt und die Angebote der Schulsozialarbeit von den Schülerinnen und Schülern mitbestimmt werden.
  7. Jugendbeteiligung: Dass Chemnitz eine Kinderbeauftrage hat, geht auf eine Initiative von uns GRÜNEN zurück. Als Oberbürgermeister möchte ich von jungen Menschen beraten werden, wie sich ihre Stadt entwickeln soll. So stelle ich mir auch die Zusammenarbeit mit dem Kreisschülerrat vor.
  8. Unterstützung der Selbstorganisation: Ich möchte ein lebendiges Chemnitz. Als Vater weiß ich: Kinder und Jugendliche haben richtig gute Ideen und ganz konkrete Vorschläge zur Lösung von Problemen. Damit diese Vorschläge auch im Rathaus ankommen, möchte ich, dass Kinder und Jugendliche aktiv von den Mitarbeitern der Stadt unterstützt werden.

Für diese Anliegen werde ich bei den Landespolitikern in Dresden kämpfen:

  1. Lehrerausbildung am echten Bedarf orientieren: Bis 2030 werden über 80 Prozent der heutigen Lehrerinnen und Lehrer in Rente gehen. Der Lehrermangel verschlechtert eure Chancen auf einen guten Abschluss und einen guten Job. Ich will alles tun, damit wieder mehr junge Lehrerinnen und Lehrer nach Chemnitz kommen. Ich will die Lehrerausbildung in der Stadt stärken.
  2. Gerechte, faire und gleiche Bezahlung aller Lehrerinnen und Lehrer: Es ist zum Beispiel falsch, das Grund- und Mittelschullehrer weniger verdienen als im Gymnasium.
  3. Mehr Genauigkeit und Transparenz bei der Erfassung des Unterrichtsausfalls: Wenn ihr in Ausfallstunden Aufgaben allein bearbeitet, dann ist das keine Vertretung! Auch die Zusammenlegung von Klassen muss absolute Ausnahme bleiben. Wenn in einem Fach über 10 Prozent ausfällt, müssen die Eltern- und Schülervertretung umgehend einbezogen werden. Die Schulen brauchen auch eigenes Geld, um kurzfristig Vertretung organisieren zu können.
  4. Mehr Gemeinschaftsschulen: Sie sollen jedem Kind offen stehen und alle Abschlüsse bis zum Abitur anbieten. Das garantiert stabile Schülerzahlen – auch in den dörflichen Re- gionen von Chemnitz.
  5. Beteiligung von Kindern und Jugendlichen überall: In den Fragen, die euer Leben be- einflussen muss die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zur Pflicht werden. Jede Stadt in Sachsen braucht Kinder- oder Jugendbeauftragte und Formen der Beteiligung. Sachsen soll heute von denen gestaltet werden, die in Zukunft hier wohnen.

Mit freundlichen Grüßen Euer

Volkmar Zschocke

Bildquelle: http://chemnitz-ob.de